JRH Wismar


Die Motivation

Warum es uns gibt...

Was darf ich? Was nicht? Was bringt mich wann mit dem Gesetz in Konflikt? Und was tun, wenn doch eine Dummheit begangen wurde? Diese und andere Fragen werden jungen Menschen vom Jugendrechtshaus beantwortet.

Häuslich eingerichtet hat sich die zweite Einrichtung dieser Art in Mecklenburg-Vorpommern an zwei Orten der UNESCO-Weltkulturerbe- und Hansestadt Wismar. Für die Kinder und Jugendlichen, die in der Stadt oder dem umgebenden Landkreis Nordwestmecklenburg leben, haben wir ein Beratungsbüro dort eingerichtet, wo sich der Nachwuchs wohl fühlt. Im renommierten Kinder- und Jugendfreizeitzentrum (KJFZ) ganz in der Näher der Hochschule finden Kinder und Jugendliche nun nicht nur zahlreiche Sport- und Freizeitangebote, sondern seit drei Jahren schon auch offenes Gehör bei (möglicherweise) Problemen.

Im Kinder- und Jugendfreizeitzentrum bekamen die Juristen ein eigenes Büro und die Jugendlichen und Heranwachsenden der Stadt und des Kreises eine Anlaufstelle für schnelle, unbürokratische und auf Wunsch sogar anonyme Antworten auf unter Umständen brennende Fragen. Die Antworten kommen von Juristen, die sich ehrenamtlich und an festen Tagen, vorerst wurde der Mittwoch festgelegt, der Beratung und Aufklärung widmen. Eine Hotline wurde auch eingerichtet. Für diese Bereitschaft der hiesigen Robenträger warb bisher erfolgreich Oberstaatsanwältin Sybille von Massow, die sich als Initiatorin innerhalb des Jugendrechtshauses aber nur als Privatperson eingerichtet habe, wie sie sagt.

Die Rechtsberatung der Heranwachsenden ist jedoch nur ein Teilaspekt der geplanten Arbeit. So ist die Rechtspädagogik ein starkes Element des Leistungskataloges unseres Vereins. Richter, Staats- und Rechtsanwälte besuchen nicht nur Schulen für Verhandlungssimulationen, sondern behandeln in Gastschulstunden spezielle Themen. Dabei keine Pädagogen, sondern Praktiker einzusetzen, hat sich an den bisherigen Standorten von Jugendrechtshäusern bewährt. Auch setzen die Mitarbeiter des Wismarer Jugendrechtshauses schon früh, sprich bei Kindergartengängern an und erarbeiten mit den Jüngsten spielerisch die Grundlagen für ein an Konflikten ärmeres Aufwachsen.

Des Öfteren gibt es auch Einladungen eines Richters, Kinder mal echte Gerichtsluft schnappen zu lassen. So ein “€žSchau-Prozess” beeindruckt die Jüngeren nämlich durchaus, wie die bisherigen Erfahrungen der Wismarer Einrichtungen zeigen.

Der zweite Standort des Jugendrechtshauses liegt in der Altstadt, genauer gesagt im Haus des Stadtjugendrings. Dort gab sich das Jugendrechtshaus nicht nur eine Geschäftsstelle, sondern bietet auch mit Seminar- und Besprechungsräumen - abseits des Trubels in einem beliebten Kinder- und Jugendfreizeitzentrum - Gelegenheiten für Fortbildungen, Gespräche und Meetings.

In jedem Fall will das Jugendrechtshaus zur Stärkung der Gewalt- und Kriminalitäts- prävention in der Region beitragen. An anderen Jugendrechtshausstandorten, es gibt einige Dutzend in der Republik, wurden und werden auch besondere Seminare abgehalten, die innerhalb sechs harter, aber freiwilliger Monate selbst stark gefährdeten Jugendlichen neue Lebensperspektiven aufgezeigt wurden.